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mission E Klimagerechtes Verhalten in der Landesverwaltung

Nutzerverhalten

Bild eines Fischschwarmes

„Alles andere als Peanuts“ – das Nutzerverhalten

„Das bringt doch eh nichts“ oder „Ich bin nur ein kleines Rad im großen Getriebe“ – diese und ähnliche Sätze hört man häufiger, wenn man mit Anderen über energiebewusstes oder klimagerechtes Verhalten redet. Viele finden Klimaschutz gut, von der Sinnhaftigkeit der persönlichen Anstrengungen ist aber nicht jede und jeder gleichermaßen überzeugt: Was kann das schon bringen, erst recht in unsanierten Gebäuden? 

Es mögen zwar nur „Kleinigkeiten“ sein, die jeder und jede Einzelne beitragen kann, um den Strom- und Wärmeverbrauch der Landesverwaltung zu senken und so einen Beitrag für das Erreichen einer klimaneutralen Landesverwaltung zu leisten. Weil sich aber bei dem Vorhaben „Klimaneutrale Landesverwaltung“ 170.000 Beschäftigte zusammentun, kommt unter dem Strich eine ganze Menge zusammen, wenn alle ihren – vermeintlich kleinen – Beitrag leisten. Als Teil der großen sozialen Gemeinschaft bewirken also auch Einzelne Großes. Das gilt auch für Gebäude, die nicht den modernsten Standards entsprechen, weil verändertes Verhalten – anders als Sanierungen – keine hohen Investitionen erfordert.

Verhaltensbedingte Einsparpotenziale

So können die Beschäftigten in Bürogebäuden allein durch ihr energiebewusstes Nutzerverhalten in zwei von drei Fällen zwischen fünf und 15 Prozent des Gesamtstromverbrauchs einsparen, ohne dass sie auf Komfort verzichten müssen. Dass diese Angaben keine Schätzwerte sind, bestätigt eine Auswertung von über 110 Projekten der Nutzersensibilisierung aus dem Jahr 2019, deren Ergebnisse die folgende Abbildung illustriert. Und bei der Heizenergie ist das Einsparpotenzial, das die Beschäftigten durch ihr Verhalten heben können, oftmals sogar noch höher.
 

ein Diagramm, das die gemessenen Stromeinsparungen aus 113 Projekten zeigt

In zwei von drei Fällen zwischen 5 und 15 % – gemessene Stromeinsparungen bei über 100 Projekten der Nutzersensibilisierung (Daten: EnergieAgentur.NRW 2019, Grafik: NRW.Energy4Climate)
 

Klimafreundliche Schwarmintelligenz

„Das bringt doch eh nichts“? Ganz im Gegenteil: Das energiebewusste Verhalten am Arbeitsplatz ist eine Form der klimafreundlichen Schwarmintelligenz: Der einzelne Fisch mag für manche nur eine leckere Mahlzeit sein; wer aber einmal einen großen Fischschwarm gesehen hat, der weiß, wie beeindruckend es ist, wenn sich Tausende Fische zusammentun.

Hinzu kommt: Selbst der größte Schwarm folgt immer Einzelnen, die die Richtung vorgeben; das gilt auch für das energiebewusste und klimagerechte Verhalten, bei dem es immer Menschen braucht, die mit gutem Beispiel vorangehen, so dass Andere diesen Vorbildern („Change Agents“) folgen. Deshalb ist das Bild des Fischschwarms die perfekte Metapher für die „mission E“ des Landes, denn auch sie braucht Vorbilder – Botschafterinnen und Botschafter, Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
 

Autor: Tom Küster (NRW.Energy4Climate)