„Einfacher geht’s nicht: Klimaschutz per Mausklick“ – E-Mail-Management

Eine E-Mail ist schnell verschickt und landet binnen weniger Sekunden beim Empfänger oder bei der Empfängerin. Deshalb ist „elektronische Post“ auch so komfortabel und beliebt. Was wir dabei selten bedenken, sind der Stromverbrauch und die CO2-Emissionen beim Tippen, Versenden, Lesen und – vor allem – beim oft jahrelangen Speichern einer E-Mail auf dem Server eines Rechenzentrums.

Foto: Nahaufnahme einer jungen rothaarigen Frau, die mit ihrem Smartphone in den Händen am Notebook sitzt

Treibhausgas-Emissionen von E-Mails

Jede gespeicherte E-Mail benötigt Speicherplatz, und „Speicherplatz“ ist immer gleichbedeutend mit „Stromverbrauch“. Darum verursachen selbst E-Mails, die in den Papierkorb verschoben werden, auf den Servern immer noch einen Stromverbrauch. Und über die Monate und Jahre kommen im Papierkorb eines Accounts nicht selten etliche Hundert oder gar mehrere Tausend alte Nachrichten zusammen.

Wie hoch der CO2-Ausstoß einer E-Mail ist, lässt sich einigermaßen solide abschätzen: In seinem informativen Buch „Wie schlimm sind Bananen? Der CO2-Abdruck von allem“ hat der britische Nachhaltigkeitsforscher Mike Berners-Lee neben vielen anderen Zahlen auch die durchschnittlichen Treibhausgas-Emissionen von E-Mails angegeben:

0,03 g
CO₂-Äquivalente pro Spam-Mail
0,3 g
CO₂-Äquivalente pro normaler E-Mail (von Laptop zu Laptop)
17 g
CO₂-Äquivalente für eine umfassende E-Mail
26 g
CO₂-Äquivalente für eine E-Mail an einen Verteiler von 100 E-Mail-Adressen

Geringer Aufwand, großer Nutzen: Das Löschen von 500 einfachen E-Mails spart 150 g CO2, bei 500 umfangreichen Mails beträgt die CO2-Ersparnis 8,5 kg. Hochgerechnet auf die 172.000 Beschäftigten der Landesverwaltung ergibt sich bereits eine jährliche CO2-Ersparnis von 25,8 Tonnen bzw. 1.459 Tonnen – diese CO2-Mengen entsprechen einer Waldfläche von 3 bzw. 168 Hektar. Zum Vergleich: Die Gruga, beliebtes Naherholungsgebiet in Essen-Rüttenscheid, ist rund 65 Hektar groß.

6 Tipps für das E-Mail-Management

  • Machen Sie das Löschen von alten E-Mails zur „guten Gewohnheit“: Leeren Sie regelmäßig den Papierkorb bzw. den Ordner „Gelöschte Elemente“ Ihres dienstlichen und Ihres privaten Postfachs – ebenso wie den Spam- bzw. Junk-Mail-Ordner.
  • E-Mails, die Sie sicher nicht mehr benötigen, sollten Sie ebenfalls von Ihren Accounts löschen.
  • Der Landesbetrieb IT.NRW weist in diesem Zusammenhang auch auf den Service der E-Mail-Langzeitspeicherung hin, mit der seine Kundinnen und Kunden ebenfalls einen Beitrag zur Reduzierung von Stromverbrauch und CO2-Emissionen leisten können. Weitere Informationen erhalten sie von ihrer Ansprechperson beim Business Relationship Management (BRM) von IT.NRW.
  • Überprüfen Sie die Newsletter, die Sie (privat und dienstlich) abonniert haben, und melden Sie sich gegebenenfalls hier und da ab, um die Zahl der Mails in Ihrem Posteingang zu reduzieren. Kündigen Sie alle Newsletter, die Sie (zum Beispiel als Neukundin oder Neukunde nach einer Bestellung) ohne Ihr Einverständnis erhalten.
  • Vor allem bei der Arbeit lohnt es sich auch zu überlegen, wie groß der Verteiler einer E-Mail tatsächlich sein muss: Muss die Nachricht zum Beispiel an ein ganzes Team gehen, oder reicht auch eine Ansprechperson oder ein Funktionspostfach? 
  • Wählen Sie die Einstellungen Ihrer Postfächer am besten so, dass Spam-Mails automatisch gelöscht werden – einfach in den E-Mail-Einstellungen Filterregeln erstellen oder die Spam-Schutzfunktionen des E-Mail-Anbieters anpassen. Bei privaten Accounts geht das ganz ohne Hilfe der IT.