„Bingo!“ – Was bringen die Aufgaben dieser Aktion?
Vielen Dank, dass Sie an dieser Aktion in Ihrer Einrichtung teilnehmen! Wir hoffen, Sie haben ein wenig Spaß dabei und konnten einige To-dos umsetzen. Hier finden Sie kurze Hintergrundinformationen und weiterführende Links zu den 10 Aufgaben der Bingokarte.
1. Schon in kurzen Pausen den Monitor ausschalten
Unabhängig von Ihrem Computer können Sie den Bildschirm jederzeit ausschalten – vorausgesetzt, es handelt sich dabei nicht um einen smarten Monitor mit Zusatzfunktionen. Gönnen Sie deshalb auch dem Bildschirm eine Pause, wenn Sie Ihre Arbeit am PC unterbrechen: Solche „Auszeiten“, die wir für Abwesenheiten ab 10 Minuten empfehlen, schaden weder dem Rechner noch dem Bildschirm. Übrigens ist es vor dem Ausschalten des Monitors nicht erforderlich, Daten zu speichern oder Anwendungen zu schließen: Der Monitor ist schalttechnisch unabhängig vom Rechner (weitere Infos hierzu finden Sie auf der Seite „Monitore, Drucker und Scanner“). Wenn Sie Ihren Bildschirm an einem achtstündigen Arbeitstag (mit halbstündiger Mittagspause) insgesamt anderthalb Stunden ausschalten, reduzieren Sie seinen täglichen Stromverbrauch um fast 18 %.
2. Bei längeren Pausen den Rechner herunterfahren oder in den Energiespar- oder Ruhemodus versetzen
Wenn Sie zwischendurch häufiger Ihren Arbeitsplatz verlassen, empfiehlt es sich, konsequent den Ruhezustand des Computers zu nutzen: Richten Sie Ihren Rechner am besten so ein, dass er nach 15 Minuten der Inaktivität in den Ruhezustand wechselt; dieser Zustand ist mit dem Ausschalten des Computers vergleichbar. Der „Energiesparmodus“ dagegen verbraucht meist weiterhin Strom (weitere Infos hierzu finden Sie auf der Seite „PC, Notebook und Smartphone“).
3. Alle elektronischen Geräte nach dem Gebrauch komplett vom Stromnetz trennen
Computer, Monitor, Fernseher, Drucker, HiFi-Anlage und Kaffeevollautomat werden häufig zwar nicht genutzt, verbrauchen aber im Bereitschaftsbetrieb („Standby“) weiterhin Strom. Dieser Standby-Modus kann erhebliche Stromkosten verursachen – insbesondere dann, wenn ein Gerät über längere Zeit ungenutzt bleibt. Laut co2online gehen acht Prozent oder rund ein Zwölftel des Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalts auf das Konto des Standby-Betriebs – das entspricht aufs Jahr gesehen einem Monatsabschlag an den Stromanbieter. Hier gilt die Faustregel: Jedes einzelne Watt Dauerleistung kostet aufs Jahr gerechnet rund 3 Euro (bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde).
Hinzu kommt: Viele elektrische Geräte benötigen selbst dann noch Strom, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind. Von diesem „Scheinaus-Betrieb“ sind viele Gerätegruppen betroffen, unter anderem zahlreiche Rechner und Bildschirme. Das beste und einfachste Gegenmittel ist es, Geräte wie Computer, Bildschirm und Drucker nach dem Gebrauch komplett vom Stromnetz zu trennen – beispielsweise durch abschaltbare Steckdosenleisten (weitere Infos hierzu finden Sie auf der Seite „Leerlaufverluste“). Bitte vergewissern Sie sich aber, dass im Büro keine IT-Vorgaben gegen das komplette Ausschalten sprechen.
4. Das Licht in meinem Büro bewusst dimmen oder ausmachen
Bis zu 30 % des Stromverbrauchs eines Bürogebäudes werden allein durch die Beleuchtung verursacht. Jedes Dimmen und Ausschalten von Lampen hilft, diesen Anteil zu senken – vor allem dann, wenn in dem Gebäude noch keine LED-, sondern Leuchtstofflampen verbaut sind. Die typische Leuchtstofflampe in einem Bürogebäude (eine 150 cm lange T8-Leuchtstoffröhre) hat standardmäßig eine Leistung von 58 Watt. Jede Stunde, in der diese Leuchtstofflampe nicht brennt, reduziert den Stromverbrauch also um 58 Wattstunden (Wh). An einem achtstündigen Arbeitstag mit halbstündiger Mittagspause entspricht eine Stunde mit ausgeschalteter Beleuchtung fast 12 % des Stromverbrauchs der Lampe. Wir sehen: Ausmachen macht was aus (weitere Infos hierzu finden Sie auf der Seite „Beleuchtung“).
5. In den Gemeinschaftsräumen das nicht benötigte Licht ausschalten
Für die Beleuchtung von Gemeinschaftsräumen wie Kaffeeküchen und Toiletten gilt grundsätzlich dasselbe wie für die Bürobeleuchtung. Mit einem wesentlichen Unterschied: Für Büroarbeitsplätze fordert die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) eine Mindestbeleuchtungsstärke, zum Beispiel 500 Lux für Tätigkeiten wie Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung oder 300 Lux für das Kopieren. Ungenutzte Gemeinschaftsräume dagegen erfordern keinerlei Beleuchtung.
6. Treppen laufen, anstatt den Aufzug zu nehmen
Zwar verbraucht ein Fahrstuhl auch elektrische Energie, wenn er nicht fährt, denn seine Beleuchtung, Lüftung, die Knöpfe und ggf. ein Display sind immer in Betrieb, selbst wenn er steht (im Standby). Doch die Treppe anstelle des Aufzugs zu nehmen, fördert nicht nur die Gesundheit, sondern spart immer auch Strom. Denn wenn sich der Fahrstuhl in Bewegung setzt, erhöht sich sein Stromverbrauch – je nach Nutzlast (Anzahl und Gewicht der Personen), zurückgelegten Höhenmetern (Anzahl der Geschosse) und Lifttechnik (Hydraulik- oder Seiltraktionsaufzug). Laut der Schweizer Plattform „Energie-Umwelt“ verursacht eine Fahrt mit dem Aufzug über fünf Stockwerke bei einer Nutzlast von 100 Kilogramm einen Stromverbrauch zwischen 20 bis 200 Wattstunden. Das entspricht dem Verbrauch einer 10-Watt-LED-Lampe, die zwei bis 20 Stunden lang brennt.
7. Konsequent stoßlüften (beim Heizen und Klimatisieren)
In der Heizperiode sollte immer die Quer- oder Stoßlüftung Ihre erste Wahl sein: Hier reichen 3- bis 4-mal täglich 2 Minuten (bei der Querlüftung) bzw. 5-10 Minuten (bei der Stoßlüftung) aus, um die Raumluft auszutauschen. Zum einen dauert es bei der Kipplüftung mit 30 Minuten um ein Vielfaches länger, bis die verbrauchte Luft gegen frische Luft ausgetauscht ist. Zum anderen kühlen Wände und Mobiliar beim kurzen, kräftigen Lüften nicht aus und müssen daher auch nicht mit hohem Energieaufwand wieder aufgeheizt werden – anders als bei der permanenten Lüftung „auf Kipp“ (weitere Infos hierzu finden Sie auf der Seite „Richtig lüften“). Es lässt sich nicht allgemein sagen, wie hoch die Energieersparnis der Quer- oder Stoßlüftung ist. Allerdings illustrieren Wärmebilder von Gebäuden mit Fenstern auf Kipp die resultierenden Wärmeverluste sehr deutlich (vgl. das Bild zum Herunterladen unten auf der Seite).
8. Für dienstliche Reisen den ÖPNV oder das Fahrrad nutzen
Der durch die Mobilität in Deutschland pro Kopf und Jahr durchschnittlich verursachte CO2-Fußabdruck beträgt laut Bundesumweltministerium 2,0 Tonnen – und ist damit fast genauso groß wie der ökologische Fußabdruck des Wohnens (2,2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr). Ein entscheidender Grund hierfür ist, dass das Auto hierzulande immer noch das dominierende Verkehrsmittel ist. Egal, ob dienstlich oder privat: Klimabewusstes Mobilitätsverhalten reduziert die CO2-Emissionen ganz erheblich. Während beim Pkw die Treibhausgas-Emissionen nach Angaben des Umweltbundesamtes bei durchschnittlich 164 Gramm pro Personenkilometer (Pkm) liegen, sind es bei Straßen-, Stadt- und U-Bahnen im Schnitt nur 50 Gramm/Pkm – ein Minus von 70 %. Und eine (Dienst-) Fahrt mit dem Fahrrad reduziert die Emissionen sogar auf null (mehr Infos dazu finden Sie auf den Seiten „Verbrenner“, „Busse und Bahnen“ und „Fahrrad und E-Bike“).
9. Kolleginnen und Kollegen ermutigen, einen Klimaschutzbeitrag zu leisten
Wenn wir andere dazu bewegen, auch zum Klimaschutz beizutragen, gehört das zum Besten, was wir tun können: Soziale Hebel vervielfachen die Wirkung unseres individuellen Handelns! Wer zum Beispiel einen Freund oder eine Freundin dazu motiviert, zuhause ebenfalls anspruchsvoll zertifizierten Ökostrom zu nutzen, bewegt einen sozialen Hebel und verdoppelt so (grob gerechnet) den Klimaschutzeffekt seines Handelns. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang davon, dass wir durch soziale Hebel unseren „CO2-Handabdruck“ vergrößern (ausführliche Infos hierzu finden Sie in dem Blogbeitrag „Wie wir die Wirkung unseres individuellen Engagements vervielfachen“).
10. Hinweise über mögliche Einsparmaßnahmen an die zuständigen Stellen weitergeben
Einen weiteren sozialen Hebel zur Vergrößerung Ihres CO2-Handabdrucks nutzen Sie, wenn Sie die jeweils zuständige Stelle zum Beispiel über technische oder organisatorische Einsparpotenziale informieren, die Ihnen im beruflichen Kontext aufgefallen sind. Das kann beispielsweise das Fehlen von gut zugänglichen abschaltbaren Steckdosenleisten an den PC-Arbeitsplätzen sein oder auch die Außenbeleuchtung, die rund um die Uhr brennt. Andere Beispiele sind das Anregen der Voreinstellung „beidseitig drucken“ auf den Dienstrechnern (die den Papierverbrauch um bis zu 50 % reduziert) und die Sensibilisierung der Kolleginnen und Kollegen für das energiebewusste Verhalten, die den Stromverbrauch eines Bürogebäudes häufig um 5 bis 15 % senken kann – und den Wärmeverbrauch oft sogar noch stärker. Unabhängig davon, wie gut das Gebäude „in Schuss“ ist. Ohne langen Vorlauf, ohne hohe Investitionen, ohne Komforteinbußen.