Über Ostern so richtig abschalten
Wer die Bürogeräte vor dem langen Osterwochenende vom Stromnetz trennt, vermeidet unnötige Leerlaufverluste und reduziert die Stromkosten. Ohne großen Aufwand und ohne Komfortverzicht. Und die Einsparpotenziale sind erstaunlich, wie zwei Rechenbeispiele zeigen.1)
Leerlaufverluste durch „Standby“ und „Scheinaus“
Computer, Monitor, Fernseher & Co. – viele Geräte der Informations- und Unterhaltungselektronik verbrauchen auch dann Strom, wenn sie nicht genutzt werden, etwa im Bereitschaftsbetrieb („Standby-Betrieb“).
Zahlreiche Geräte ziehen aber selbst dann noch Strom, wenn sie – vermeintlich – ausgeschaltet sind („Scheinaus-Betrieb“). Der Grund dafür ist ein innen liegendes Netzteil, das beim Betätigen des Ausschalters nicht ausgeschaltet wird.
Ein zuverlässiges Mittel zur Vermeidung der Leerlaufverluste durch Standby- und Scheinaus-Betrieb sind abschaltbare Steckdosenleisten: Sie trennen die angeschlossenen Geräte etwa des dienstlichen PC-Arbeitsplatzes, des privaten Arbeitszimmers (Homeoffice) oder der Fernsehecke komplett vom Stromnetz. Alternativ kann man auch die Netzstecker ziehen (mehr Infos dazu auf der Unterseite „Leerlaufverluste“).
„Ausmachen macht was aus“ – Rechenbeispiel 1
- In einer Landesbehörde arbeiten 800 Beschäftigte, deren Computer-Arbeitsplätze vergleichbar ausgestattet sind.
- Die Leistungsaufnahme eines PC inklusive Monitor sowie anteiliger Leistung von Netzwerkdrucker und Kopierer beträgt im Scheinaus-Betrieb 7 Watt.
- Die Beschäftigten gehen am Donnerstag, den 2. April 2024 um 17 Uhr in den Feierabend und sind am Dienstag, den 7. April um 8 Uhr wieder im Büro.
Wenn alle Beschäftigten ihre Bürogeräte mithilfe von abschaltbaren Steckdosenleisten (oder durch das Ziehen der Netzstecker) ausschalten, senken sie den Stromverbrauch ihrer Behörde über die Osterfeiertage (Abwesenheit: 111 Stunden) um 622 Kilowattstunden; gleichzeitig reduzieren sie – bei einem angenommenen Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde – die Stromkosten um 124,30 Euro. Und wenn sie ihre Bürogeräte auch am langen Pfingstwochenende komplett vom Stromnetz trennen (23.-26. Mai, Abwesenheit: 87 Std.), erhöhen sie diese Einsparungen auf 1.109 kWh und 222 Euro.
- 238.400 kWh
- Energieeinsparung durch 172.000 Beschäftigte über Ostern und Pfingsten
- 47.700 €
- Kostenreduzierung durch 172.000 Beschäftigte über Ostern und Pfingsten
„Ausmachen macht was aus“ – Rechenbeispiel 2
Und wie hoch sind die Einsparungen, wenn die Beschäftigten ihre Bürogeräte immer, das heißt das ganze Jahr über zum Feierabend, vor dem Wochenende und dem Urlaub, komplett vom Stromnetz trennen? Um die Einspareffekte dieses energiebewussten Verhaltens nicht „schönzurechnen“, legen wir für unsere beispielhafte Landesbehörde folgende Eckdaten zugrunde:
- Alle 800 Beschäftigten arbeiten in Vollzeit.
- Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden und 50 Minuten, die tägliche Arbeitszeit demnach 7,97 Stunden.
- Bei jährlich 30 Tagen gesetzlichem Urlaub ergeben sich 220 Arbeitstage pro Jahr, das entspricht 1.753 Stunden jährlicher Arbeitszeit.
- Die Beschäftigten machen täglich eine halbe Stunde Mittagspause; das sind unterjährig 110 Stunden Pause, in denen die Bürogeräte nicht komplett ausgeschaltet werden müssen.
Wenn nun die Beschäftigten ihre Bürogeräte zum Feierabend, übers Wochenende und vor dem Urlaub immer vom Stromnetz trennen, ergibt sich eine jährliche „Auszeit“ ihrer Geräte von 6.897 Stunden (365 Tage à 24 Std. – 1.753 Std. Jahresarbeitszeit – 110 Std. Mittagspause). Hierdurch reduzieren die 800 Beschäftigten den Stromverbrauch der Beispielbehörde um 38.620 Kilowattstunden und die Stromkosten um gut 7.700 Euro pro Jahr.2)
- 8,3 Mio. kWh
- jährliche Energieeinsparung durch 172.000 Beschäftigte
- 1,66 Mio. €
- jährliche Kostenreduzierung durch 172.000 Beschäftigte
Jede Teilzeitstelle, jeder Tag im Homeoffice und jede Abwesenheit aufgrund einer Dienstreise, Weiterbildung oder Arbeitsunfähigkeit erhöht diese Einsparungen.
Wir sehen: Wenn sich beim Abschalten der Bürogeräte viele zusammentun, bewirken selbst kleine Kniffe Großes. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen frohe Osterfeiertage.
Schalten Sie über Ostern so richtig ab!
Sei es im Büro oder zuhause: Gönnen Sie Ihren Bürogeräten über Ostern eine echte Auszeit, wenn Ihr PC-Arbeitsplatz mit einer abschaltbaren Steckerleiste ausgestattet ist – und wenn auch die IT-Verantwortlichen Ihrer Einrichtung ihr OK dafür geben.
Anmerkungen
1) Unsere Rechenbeispiele zeigen exemplarisch, welche Einsparungen drin sind, wenn es allen Beschäftigten möglich und gestattet wäre, ihre Bürogeräte komplett vom Stromnetz zu trennen – und wenn sie dies tatsächlich tun würden. Weil aber zum Beispiel über Nacht mitunter Software-Updates auf die PCs der Beschäftigten gespielt werden, ist es nicht in jeder Behörde und Dienststelle der Landesverwaltung NRW problemlos möglich, den Stromverbrauch der Bürogeräte per Steckdosenleiste auf null zu setzen. Bitte sprechen Sie deshalb im Zweifelsfall Ihre IT-Verantwortlichen an.
2) Jeder und jede Beschäftigte reduziert die Stromkosten in diesem Rechenbeispiel um rund 9,60 Euro jährlich. Das heißt auch: Die Anschaffung von abschaltbaren Steckdosenleisten (Neupreis: 10-15 Euro pro Stück) für die PC-Arbeitsplätze amortisiert sich hier nach spätestens anderthalb Jahren.