„Klimaschutz in Zahlen“: Was leistet Photovoltaik für die Energiewende?

Ende 2025 waren auf Dächern und Grundstücken bundesweit 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen installiert. Rechnet man die 1,2 Millionen kleineren Balkonkraftwerke* hinzu, gibt es in Deutschland mittlerweile 6 Millionen Solarstromanlagen. Doch was genau bedeutet das – umgerechnet in Leistung, Strommenge und vermiedene CO2-Emissionen?

Dieser Artikel beleuchtet die Frage, welchen konkreten Beitrag zur Energiewende die Photovoltaikanlagen leisten, die Strom in die öffentlichen Netze einspeisen.

Foto: Rückansicht eines Vaters mit Vollbart, der seine kleine Tochter in rosafarbenem Kleid auf dem Arm hat, mit der zusammen er eine Photovoltaikanlage auf einem Dach betrachtet

Aktuelles Wachstum

Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes setzen bei der Stromerzeugung immer mehr Unternehmen und Privathaushalte auf die Energie der Sonne. Zum Jahresende 2025 haben 4,8 Millionen Solaranlagen Strom ins öffentliche Netz eingespeist – mit einer Nennleistung von insgesamt 106.200 Megawatt (MW).

Ende 2024 hatte es gut 4 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von zusammen 95.000 MW gegeben. Damit ist die Zahl der Photovoltaikanlagen um 17,6 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen, die installierte Leistung hat binnen Jahresfrist um 11,8 % zugenommen.

4,8 Mio.
Photovoltaikanlagen am Netz (Dezember 2025)
17,6 %
Zunahme gegenüber dem Vorjahresmonat
106.200 MW
installierte Leistung (Dezember 2025)
11,8 %
Zunahme gegenüber dem Vorjahresmonat

Erfasster Anlagenbestand

Im vergangenen Jahr wuchs der Bestand von Solarstromanlagen um etwa 800.000, das sind – eine gleichmäßige Zunahme vorausgesetzt – 66.667 Anlagen pro Monat. Schreibt man diese Steigerung ins 1. Quartal 2026 fort, knackt Deutschland bereits Ende März 2026 die Marke von 5 Millionen Photovoltaikanlagen, die ins öffentliche Stromnetz einspeisen.

Installierte Leistung

Die Leistung des RWE-Braunkohlekraftwerks Niederaußem im Rhein-Erft-Kreis, dem zweitgrößten Kraftwerk in Deutschland, beträgt 2.220 Megawatt (MW); Grundremmingen, das größte deutsche Kernkraftwerk, hatte eine Leistung von rund 2.570 Megawatt.

Die Gesamtleistung der 4,8 Millionen deutschlandweit installierten Solarstromanlagen (106.200 MW) entspricht demnach der Leistung von 48 Braunkohlekraftwerken wie Niederaußem oder 41 Kernkraftwerken wie Grundremmingen.

Erzeugte Strommenge

Noch wichtiger als die installierte Leistung ist die Menge des erzeugten Stroms, denn anders als viele Großkraftwerke produzieren PV-Anlagen nicht rund um die Uhr und auch nicht das ganze Jahr über Strom.

Tatsächlich aber hat auch die Stromeinspeisung aus Photovoltaik im Jahr 2025 deutlich zugenommen – um 17,4 % gegenüber dem Vorjahr auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Diese Strommenge entsprach 16 % der gesamten inländischen Stromproduktion und lag fast gleichauf mit der Stromeinspeisung aus Erdgas (70,6 Mrd. kWh, Anteil: 16,1 %).

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 betrug der Stromverbrauch Berlins laut Angaben des verantwortlichen Netzbetreibers 12,3 Milliarden Kilowattstunden. Die solare Stromproduktion Deutschlands in 2025 könnte die Hauptstadt also rein rechnerisch 5 Jahre und 8 Monate lang mit Strom versorgen.

Foto: zwei Ingenieure, die Sonnenkollektoren auf einem Dach installieren
„Blau macht glücklich“: Im Jahr 2025 wurden 17,4 % mehr Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist als im Vorjahr.

Vermiedene Emissionen

Nach Informationen des Umweltbundesamtes (UBA) vermeidet eine Photovoltaikanlage hauptsächlich Emissionen aus Steinkohle- und Gaskraftwerken – in Höhe von 746 Gramm CO₂-Äquivalenten pro Kilowattstunde. Weil aber auch im Lebenszyklus einer Photovoltaikanlage Emissionen entstehen (laut UBA 43-63 g CO2eq/kWh), liegt der Netto-Vermeidungsfaktor der Photovoltaik bei 690 Gramm CO2eq/kWh.

Mit anderen Worten: Jede mithilfe einer PV-Anlage erzeugte Kilowattstunde Strom vermeidet CO2-Emissionen in Höhe von 690 Gramm.

Wären also im vergangenen Jahr nicht 70,1 Mrd. Kilowattstunden durch Solarstromanlagen, sondern in Gas- und Kohlekraftwerken erzeugt worden, hätte dies Emissionen in Höhe von 48,4 Mio. Tonnen CO2eq verursacht. Legt man das auf die Bevölkerung (83,5 Mio.) um, entspricht dies 580 kg CO2eq pro Kopf und Jahr. Zur Einordnung: Der durchschnittliche jährliche Pro-Kopf CO2-Fußabdruck in Deutschland liegt derzeit bei 10,4 Tonnen CO2eq.

Addiert man die jährlichen CO2-Mengen, die seit 2005 nicht aus fossilen Kraftwerken emittiert, weil durch die Nutzung von Photovoltaik vermieden wurden, belaufen sich die eingesparten Emissionen auf insgesamt mehr als 400 Millionen Tonnen.

Foto: Blick aus der Froschperspektive auf eine Photovoltaikanlage auf dem Schrägdach eines Wohnhauses
Statistisch gesehen reduzierten die Solarstromanlagen im Jahr 2025 den Pro-Kopf-Fußabdruck der gesamten Bevölkerung Deutschlands um jeweils 580 kg CO2eq.

Tragende Säule

Fazit: Hinter der jüngsten Meldung des Statistischen Bundesamtes zu den 4,8 Millionen deutschlandweit am Stromnetz betriebenen Solaranlagen verbirgt sich eine enorme gesamtgesellschaftliche Leistung für die Energiewende – und ein beachtlicher Beitrag zum nationalen Klimaschutz.

Dementsprechend kurz fällt – in der Publikation „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ – die Antwort des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) auf die Frage aus, ob die Photovoltaik einen relevanten Beitrag zur Stromversorgung leistet: „Ja.“

Erneuerbare Schwarmintelligenz

Als Teil des regenerativen Energiesystems unterstreichen die bald 5 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland zudem die größere Dezentralität der erneuerbaren Stromerzeugung: An die Stelle weniger Großkraftwerke sind viele kleine Kraftwerke auf unseren Dächern und Grundstücken getreten – ein sichtbarer, handfester Beleg für die Intelligenz des Schwarms.

Hilfreiche Rechner

Hauseigentümerinnen und -eigentümer können mit Solarstromanlagen mindestens 20 Jahre lang Geld verdienen, Stromkosten sparen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Sie liebäugeln damit, sich eine Photovoltaikanlage anzuschaffen?

Wenn Sie über eine eigene Photovoltaikanlage nachdenken, seien Ihnen abschließend ein paar ausgewählte Online-Tools empfohlen. Nutzen Sie sie, um sich ein genaueres Bild von den Chancen einer solchen Anschaffung zu machen.

  • Im Solarkataster NRW des LANUK erfährt man schnell, wie groß die Dachfläche eines bestimmten Hauses ist, die für eine gut ausgerichtete Photovoltaikanlage in Frage kommt.
  • Der Ertragsrechner des Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) ermöglicht eine Schätzung der durchschnittlichen monatlichen und jährlichen Stromerzeugung einer PV-Anlage.
  • Mit dem Eigenverbrauchsrechner, den die Verbraucherzentrale NRW in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin betreibt, lässt sich herausfinden, wie zum Beispiel die Nutzung eines Elektroautos den Eigenverbrauch beeinflusst.
  • Der Solarrechner der Stiftung Warentest schließlich ermittelt Kosten, Erträge und Rendite einer individuellen Photovoltaikanlage.



* Anmerkung

Diese Zahl des Statistischen Bundesamtes umfasst alle Photovoltaikanlagen, die in die Netze der öffentlichen Versorgung einspeisen und Stromzähler haben, die die eingespeisten Strommengen erfassen. Deshalb fallen kleinere Anlagen, wie beispielsweise Balkonkraftwerke (auch „Stecker-Solaranlagen“ genannt), in der Regel nicht darunter.

 

Quellen

Bildmaterial